Niklaus Manuel - Berner Renaissancekünstler, Söldner, Staatsmann, Dichter der Reformation
Wir tauchen mit Niklaus Manuel Deutsch (Bern, um 1484-1530, Bern) in die Geschichte Berns ein, in die bewegten Jahre des Übergangs zur Reformation und des Übergangs von der Spätgotik zur Renaissance. Niklaus Manuel ist eine typische Persönlichkeit der Renaissance, doch auch schillernde Gestalt: Künstler, Reisläufer, Politiker und Schriftsteller. Die Kunst des Oberrheins ist in seinem Werk ebenso auszumachen, wie die der «Donauschule» um Albrecht Altdorfer oder die der italienischen Renaissance mit ihrer Beherrschung des Raumes und ihrer Liebe zur Antike in schön proportionierten Gestalten. Wir sind in der sogenannten Dürer-Zeit und Vergleiche mit dem etwas über 10 Jahre älteren Albrecht Dürer liegen nahe; daneben auch Hans Baldung Grien, Urs Graf und Hans Fries. Um 1520 tritt eine Wende im Lebensziel Manuels ein: Er widmet sich der Erneuerung des Glaubens und wird zum Politiker und Dichter. Als Ratsmitglied der Stadt begeistert er sich für die Reformation, die zum Bildersturm führt, dem seine Berner Altarbilder zum Opfer fallen, sein «Totentanz» (zunächst) jedoch erhalten bleibt.
Seine Altäre sind nur fragmentarisch erhalten. Wir gehen diesen Werken auf den Grund und versuchen eine Ahnung ihres ursprünglichen Aussehens zu erhalten. Zusätzlich werden wir seine besonders qualitätvollen Zeichnungen betrachten. Der Kurs besteht aus zwei Teilen und wird anfang 2027 fortgesetzt.