Deutschsprachige Literatur um 1800
Die Jahrzehnte um 1800 bilden in vielerlei Hinsicht eine herausragende Phase der europäischen Geschichte. Politisch sind sie geprägt von der Erschütterung durch die Französische Revolution und der Neukonsolidierung durch den Wiener Kongress; wirtschaftlich und technisch durch den Beginn der Industrialisierung. Geistesgeschichtlich sticht der „Alleszermalmer“ Immanuel Kant heraus, und Beethoven, Mozart und Haydn prägen die „Wiener Klassik“. In der Literaturgeschichte wird die dichte Abfolge von Stilen und Themen für gewöhnlich mit Titeln wie Aufklärung, Empfindsamkeit und ebenfalls Klassik bis zur Romantik sowie Biedermeier und Vormärz zu gliedern versucht.
Im Kurs wollen wir dieser Entwicklung nachspüren anhand ausgewählter Texte aus dem deutschen Sprachraum, darunter aus der Schweiz Albrecht von Hallers „Usong“ und Johann Heinrich Pestalozzis „Lienhard und Gertrud“ wie auch von Texten der deutschen „Klassiker“ Schiller, Goethe und dem Sonderfall Hölderlin. Nicht zuletzt soll uns Literatur von Frauen beschäftigen, darunter Karoline von Günderrode, Bettina von Arnim und Dorothea Schlegel.