SCHWEIZERISCH-JÜDISCHE GESCHICHTE: EIN ÜBERBLICK
Seit 2009 gibt es den Jüdischen Kulturweg Aargau im Surbtal, der die ländliche jüdische Geschichte erklärt. Vortrag und Exkursion führen in das Thema ein.
Jüdische Gemeinden gab es in der Alten Eidgenossenschaft schon vom 12. Jahrhundert an. Als sich 1348 die Beulenpest ausbreitete, unterstellte man Juden, Brunnen vergiftet zu haben. Es kam zu Morden, wenige konnten flüchten. Nach 1360 wurden sie erneut ansässig, galten aber als unerwünschte Konkurrenz und wurden vertrieben. Um 1612 erscheinen jüdische Familien in der «Grafschaft Baden». Aus dem elsässischen Sundgau und Süddeutschland hausierten Juden im 17./19. Jahrhundert in der Nordschweiz oder handelten mit Vieh, Getreide, Häuten und Alteisen.
Im Surbtal, wohin die Exkursion führt (siehe Kurs Seite 12), entstand nach 1630 eine Gemeindeinfrastruktur. Heute sind die Synagogen des 19. Jahrhunderts und der Friedhof aus dem Jahr 1750 zu sehen. Nach langen Kämpfen erhielten Schweizer Juden 1866 die Freizügigkeit und die meisten Juden verliessen ihre ländlichen Orte.
Robert U. Kaufmann, Dr., Buchs AG